Jürgen Schabel/Uni Bamberg

Informatikerin Ute Schmid wird mit dem Communicator-Preis 2026 der DFG und des Stifterverbands ausgezeichnet.

Ben B?hhm | TINCON

Ob Vortr?ge, Workshops oder Interviews: Ute Schmid gestaltet ihre Kommunikationsaktivit?ten dialogorientiert.

Christian Martin

Ute Schmid macht KI verst?ndlich – hier auf dem Campus der Universit?t Bamberg im Gespr?ch mit Studierenden.

Ute Schmid erh?lt Communicator-Preis 2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft zeichnet die Bamberger Informatikerin für ihr umfassendes Engagement in der Vermittlung von KI aus

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stifterverband zeichnen die Informatikerin Prof. Dr. Ute Schmid mit dem Communicator-Preis 2026 aus. Ute Schmid ist Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Otto-Friedrich-Universit?t Bamberg und Gesch?ftsführende Direktorin des Bamberg Center for Artificial Intelligence (BaCAI). Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für Wissenschaftskommunikation in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 29. Juni 2026 im Rahmen der DFG-Jahresversammlung in Bonn statt.

Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Die Jury würdigt Ute Schmid als ?langj?hrige und best?ndige Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI)“. Die Jury hebt hervor, dass Ute Schmid nicht erst seit dem breiten Anwendungsboom der letzten Jahre, sondern schon seit den 1990er-Jahren mit ihrem kommunikativen Engagement die Grundlagen für eine sachkundige Debatte und eine souver?ne, reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen gelegt hat.

?Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagt Ute Schmid. ?Wissenschaftskommunikation ist für mich kein Zusatz zur Forschung, sondern ein zentraler Teil wissenschaftlicher Verantwortung – gerade bei einem Thema wie Künstlicher Intelligenz, das unser Leben, Lernen und Arbeiten in vielen Bereichen ver?ndert.“ Sie erg?nzt: ?Mir ist wichtig, Menschen zu bef?higen, KI-Systeme nicht nur zu nutzen, sondern sie auch in ihren M?glichkeiten und Grenzen zu verstehen. Nur auf dieser Grundlage k?nnen wir als Gesellschaft souver?n entscheiden, wie wir Künstliche Intelligenz gestalten wollen.“

Ute Schmid verbindet in ihrer Arbeit technologische Innovation mit Fragen der Verantwortung, Teilhabe und Bildung. Ihre Kommunikations- und Transferaktivit?ten zielen darauf, Künstliche Intelligenz nicht als abstrakte Zukunftstechnologie zu verhandeln, sondern als gestaltbare gesellschaftliche Aufgabe verst?ndlich und erfahrbar zu machen. Dabei bringt sie Menschen aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Politik und ?ffentlichkeit zusammen und schafft R?ume für Austausch und fundierte Diskussionen über Chancen, Grenzen und Einsatzm?glichkeiten von Künstlicher Intelligenz. 

Wissenschaftliche Erkenntnisse in die Unternehmenspraxis einbringen

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Transfer in Wirtschaft und Bildung. So hat Ute Schmid das vom Freistaat Bayern gef?rderte ?KMU-KI-Erfahrungszentrum“ am Cleantech Innovation Park in Hallstadt initiiert. Dort k?nnen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen KI-gestützte Fertigungsprozesse kennenlernen, konkrete Anwendungen erproben und Mitarbeitende qualifizieren. Auch in gemeinsamen Forschungsprojekten mit Unternehmen bringt sie wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis ein und gewinnt umgekehrt Impulse für neue Forschungsfragen.

KI-Kompetenzen entlang der Bildungskette st?rken

Darüber hinaus engagiert sich Ute Schmid seit vielen Jahren für KI- und Informatikbildung entlang der gesamten Bildungskette. Mit der Forschungsstelle Elementarinformatik (FELI), Fortbildungen für Lehrkr?fte und Workshops für Kinder und Jugendliche setzt sie sich dafür ein, digitale und algorithmische Kompetenzen frühzeitig zu f?rdern. Beispielhaft hierfür steht etwa ein von Ute Schmid konzipiertes analoges Lernspiel für Grundschülerinnen und -schüler zum Thema ?Maschinelles Lernen“, das von der Spielzeugfirma Haba professionell umgesetzt wurde. Mit dem Lehrbuch ?Künstliche Intelligenz selber programmieren“ bietet Schmid Jugendlichen einen altersgerechten und praktischen Zugang zu KI.

Engagement in Politikberatung und ?ffentlichem Diskurs

Auch die breite ?ffentlichkeit, Medien und politische Entscheidungstr?gerinnen und -tr?ger geh?ren zu den zentralen Adressaten ihrer Arbeit. Ute Schmid bringt ihre Expertise unter anderem in den Deutschen Ethikrat, die Enquete-Kommission ?Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages, in den Bayerischen KI-Rat, das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt), in die Plattform Lernende Systeme sowie in zahlreiche weitere wissenschaftliche Beir?te und Gremien ein. Als Sachverst?ndige und Impulsgeberin setzt sie sich dafür ein, dass ?ffentliche Debatten über KI faktenbasiert geführt werden und Chancen wie Risiken realistisch eingesch?tzt werden k?nnen.

Die Preis-Jury hebt insbesondere hervor, dass Ute Schmid ihre Kommunikationsaktivit?ten immer zielgruppenspezifisch und dialogorientiert gestaltet. In Vortr?gen, Workshops, Publikationen und Medienbeitr?gen leistet sie Aufkl?rungsarbeit zu gesellschaftlich hochrelevanten Themen wie vertrauenswürdiger KI, KI in der Bildung, KI-generierter Desinformation und der Vermenschlichung von KI-Systemen.

?ber den Communicator-Preis

Der Communicator-Preis wird seit dem Jahr 2000 von der DFG und dem Stifterverband vergeben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschung in besonders kreativ sind, innovative, auch mutige Wege gehen und ihre Zielgruppen auf geeignete und wirksame Weise ansprechen. Sie sollen zudem die gesellschaftliche Dimension ihrer Forschung erkennen und ihr Wissen in ?ffentliche Debatten, Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen einbringen. Das Preisgeld soll die Ausgezeichneten in ihrem Engagement unterstützen und auch die Umsetzung neuer Projekte erm?glichen. Die Jury w?hlte die diesj?hrige Preistr?gerin in einem mehrstufigen Auswahlprozess aus 70 Bewerbungen und Vorschl?gen aus. Die Preisvergabe Ende Juni erfolgt durch DFG-Pr?sidentin Professorin Dr. Katja Becker und Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekret?r des Stifterverbandes.

 

Bild ?Ute Schmid(1.2 MB)_Portr?t“: Informatikerin Ute Schmid wird mit dem Communicator-Preis 2026 der DFG und des Stifterverbands ausgezeichnet.
Quelle: Jürgen Schabel/Universit?t Bamberg

Bild ?Ute Schmid(2.2 MB)_republica“: Ob Vortr?ge, Workshops oder Interviews: Ute Schmid gestaltet ihre Kommunikationsaktivit?ten dialogorientiert. 
Quelle: Ben B?hm / TINCON

Bild ?Ute Schmid_Studierende(1.7 MB)“: Ute Schmid macht KI verst?ndlich – hier auf dem Campus der Universit?t Bamberg im Gespr?ch mit Studierenden. 
Quelle: Christian Martin

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